Kiosk der Solidarität machte im Wassertorkiez Station

Juni 2026. Bereits aus den vergangenen Jahren vielen Nachbarinnen und Nachbarn bekannt, machte der Kiosk der Solidarität auch in diesem Jahr am 24. und 25. Juni im Wassertorkiez Station. Der Kiosk ist ein mobiles, berlinweites Projekt, das soziale Organisationen und Initiativen im lokalen Raum miteinander vernetzt und ihre Arbeit durch direkte Mitmachangebote sichtbar macht. Unter dem Motto „Alle gehören dazu – Menschlichkeit verbindet, Demokratie trägt“ verwandelte sich der Platz vor der Bona Peiser an beiden Tagen in einen lebendigen Treffpunkt für Austausch, Kreativität und nachbarschaftliches Miteinander.

Der Andrang war groß und ebenso das Interesse an den Angeboten: Viele Nachbarinnen und Nachbarn, darunter zahlreiche Familien, nutzten die Gelegenheit, die Angebote kennenzulernen, miteinander ins Gespräch zu kommen und bei sommerlichem Wetter eine schöne gemeinsame Zeit zu verbringen. An den beiden Tagen wurde einmal mehr deutlich, dass die sozio-kulturellen Projekträume Bona Peiser acht Jahre nach ihrer Eröffnung fest als Ort der Begegnung im Wassertorkiez verankert sind. Der Kiosk knüpfte damit an die erfolgreichen Gastspiele der vergangenen Jahre an und machte die Vielfalt der Initiativen und Träger sichtbar, die das soziale Leben im Quartier und in Kreuzberg prägen.

Das Mitmachprogramm lud Menschen jeden Alters dazu ein, aktiv zu werden. Besonders eindrucksvoll war die große Linoldruckaktion von Frauen machen Druck: An einer riesigen Druckplatte arbeiteten im Lauf des Nachmittags viele Beteiligte gemeinsam, bis das fertige Werk feierlich enthüllt werden konnte – ein großes Leinentrapez mit dem Aufdruck „We Teach Life“. Kreativ ging es auch bei HalloKeramik zu: Daniela, die mit ihrem Projekt im Aufbau Haus beheimatet ist und schon im vergangenen Jahr dabei war, lud zum Gestalten mit Ton ein. Im Kinder- und Jugendbereich von Wassertor e. V. konnten Armbänder geknüpft und Mandalas gestaltet werden. Ein Wasserbecken sorgte bei sommerlichen Temperaturen für willkommene Erfrischung. Andere Besucherinnen und Besucher fanden unter der großen Markise vor der Bona Peiser einen schattigen Platz und verfolgten von dort das bunte Treiben.

Auch das Team des Quartiersmanagements Wassertorplatz kam mit den Besucherinnen und Besuchern ins Gespräch, informierte über seine Arbeit und erfreute mit Glitzertattoos auf Armen und Händen nicht nur die Jüngsten aus dem Kiez.

Für viel Freude bei den jüngeren Besucherinnen und Besuchern sorgten auch eine Zaubershow sowie die von der GEWOBAG organisierte Riesenseifenblasenkünstlerin. Daneben kamen Bewegung und Begegnung nicht zu kurz: Tagi aus dem Seniorenbereich von Wassertor e. V. lud zu Stuhlyoga ein. Zudem wurde an einem Stand sichtbar gemacht, welche Bedeutung geförderte soziale Arbeit für ältere Menschen im Kiez hat.

Musikalisch wurde der erste Tag durch den Musik-Workshop von RojaVida e. V. bereichert. Am Abend sorgte Erdem, ein Musiker aus dem Umfeld von ZAZ, mit seiner Darbietung für einen echten Hörgenuss.

An den Kiosktagen stellten zahlreiche Initiativen ihre Arbeit vor und luden zum Mitmachen ein. Mit dabei waren unter anderem die Omas gegen Rechts, Tatreez Berlin mit palästinensischer Stickkunst, ein Workshop zum Thema Freund*innenschaft sowie die Mobile Stadtteilarbeit mit einer Mitmachaktion rund um Wahlen und Demokratie. Ebenfalls vertreten waren unter anderem Tafungua, die regelmäßig ein Sprach- und Begegnungscafé in Bona Peiser veranstalten, ipso, bekannt durch regelmäßige Community- und Erfahrungsaustauschformate, Mosaik-Berlin sowie weitere Engagierte und Aktive aus dem Kiez und Umfeld der Bona Peiser.

Auch am zweiten Tag setzte sich das vielfältige Programm fort. Die Berlinische Galerie war vor Ort und lud dazu ein, gemeinsam Collagen zu gestalten. Ein besonderer Anziehungspunkt war außerdem das BiBoBike der Stadtteilbibliothek Friedrichshain-Kreuzberg: Rund um die kleine mobile Bibliothek waren Hängematten aufgespannt, in denen gelesen, ausgeruht und einfach der Nachmittag genossen werden konnte – ein ruhiger Gegenpol mitten im lebendigen Geschehen. Dazu kamen weitere Mitmachangebote, Informationsstände und Gespräche, die den Kiosk zum offenen Ort der Begegnung machten. Auch musikalisch hatte der Donnerstag einen weiteren Höhepunkt zu bieten: Yasmin Al Sham trat auf und sorgte für stimmungsvolle Momente. Die Berliner Musikformation brachte mit Trommeln und Blasinstrumenten dynamische Bewegung auf den Platz: Ausgelassen und an Händen gereiht wurde das Tanzbein vor der Bona Peiser geschwungen.

Der Kiosk der Solidarität hat damit auch in diesem Jahr gezeigt, wie vielfältig und lebendig lokales Engagement ist. Ein herzlicher Dank geht an alle beteiligten Initiativen, Einrichtungen, an alle Ehrenamtlichen sowie an die vielen Besucherinnen und Besucher, die die beiden Tage gemeinsam möglich gemacht haben.