September 2022. Am Anfang war es nur eine Idee – eine Idee für eine Aktion, die viele Früchte tragen und von großem Zuspruch geprägt sein sollte. Agnes Borowski, Bewohnerin, Quartiersrätin und Pädagogin aus dem Wassertorkiez, betreute über mehrere Monate regelmäßig ein Angebot für Kinder und Jugendliche in der Verkehrsschule am Wassertorplatz. Gemeinsam malten sie Bilder, bepflanzten Blumentöpfe und entwickelten Ideen, um das nahe Kiezumfeld am Wassertorplatz zu verschönern. Auch den Eltern der Kinder stand Agnes Borowski bei ihren Terminen mit Rat und Tat zur Seite. Gemeinsam sprach sie auch mit ihnen über Ideen für ein sauberes Wohnumfeld im Wassertorkiez.
„Wir waren wirklich ein super Team“, äußert Agnes Borowski gegenüber Benjamin Hein von der Verkehrsschule am Wassertorplatz als sie am Mittwoch, den 7. September, die Verkehrsschule im Rahmen des Abschlusses ihrer Aktionsreihe zum vorerst letzten Mal betritt. Zur Erinnerung an die vielen schönen Momente in den letzten vier Monaten übergibt Agnes an Benjamin ausgedruckte Bilder, die sie und das Team in Aktion zeigen.
„Du bist wirklich die Netteste hier“, ruft einer der Jungen, die schnellen Schrittes auf Agnes Borowski zukommen, als sie sie erblicken. Heute hat Agnes Borowski für die Kinder und Jugendlichen in der Verkehrsschule Süßigkeiten und chinesische Glückskekse mit Sprüchen für den Schulanfang mitgebracht. Einige tun sich nicht ganz leicht in der Schule, nachdem jetzt wieder das neue Schuljahr gestartet ist.
„Ich wollte beim Quartiersrat als Bewohnerin nicht nur über Projekte abstimmen, sondern selbst produktiv werden“, erzählt uns Agnes Borowski. So wurde die Idee zu ihrer über den Aktionsfonds des Quartiersmanagements Wassertorplatz geförderten Aktion geboren. Seit Mitte Mai ist Agnes Borowski in der Verkehrsschule präsent und mittlerweile dort eigentlich nicht mehr wegzudenken. Die Kinder und Jugendlichen sind ihr ans Herz gewachsen – man spürt, dass Gleiches auch in anderer Richtung gilt. Mit den Kindern und Jugendlichen hat Agnes Borowski in den letzten Monaten Blumentöpfe mit Acrylfarben bemalt, Pflanzen in die Erde gesetzt und bunte Bilder gemalt, die jetzt an den Zäunen der Verkehrsschule hängen und zum Eintreten einladen. Überall lautet hier das Motto, das Bewusstsein für die eigene Umwelt zu schärfen und diese wertzuschätzen.
An die heute aufgestellten Tische mit kleinen Aufmerksamkeiten haben sich mittlerweile einige Eltern der Kinder gesellt. „Mein Ziel ist, die Eltern über deren Kinder zu erreichen. Auch ihnen will ich vermitteln, dass es schöner ist, Blumen zu pflanzen als Müll einfach rumliegen zu lassen“, fährt Agnes Borowski fort. Mit den Eltern spricht sie heute über manche Dinge, gibt den einen oder anderen Tipp und Ratschlag zur Erziehung und zu herausfordernden Situationen in der Schule. Die erfahrene Pädagogin fragt die Eltern, wie sie ihre Aktion in den vergangenen Monaten fanden. Auch kommt sie mit den Eltern auf ihr und deren Wohnumfeld im Wassertorkiez – speziell rund um den Wassertorplatz – zu sprechen: Was stört? Was kann besser und schöner gemacht werden?
Die Zeit rast und es kommen immer wieder neue Themen auf den Tisch. Gleich wird wieder eine neue Idee geboren: Gemeinsam soll eine Sammelbox gebaut werden, in der unter anderem Zigarettenstummel, Flaschendeckel und Spritzen einer sicheren Entsorgung zugeführt werden können (letztere sind hier, im Umfeld des Wassertorplatzes, leider öfters auf Grünflächen und an Wegen anzutreffen).
„Ich hoffe, dass es heute nicht mein letztes Mal hier im Verkehrsgarten gewesen sein wird“, sagt Agnes Borowski. Ihr heute am 7. September selbst initiiertes, kleines Fest markiert den Abschluss ihrer Aktion, die seit 15. Mai regelmäßig stattfand. Eine Fortsetzung folgt hoffentlich bald – damit aus einem „Tschüss“ ein „Auf Wiedersehen“ wird.



