Kinder bepflanzen Beete

Juni 2020 Auf der temporären Spielstraße in der Wassertorstraße wurde am letzten Sonntag im Juni nicht nur gespielt, sondern vor allem auch gepflanzt: Kinder und Erwachsene bepflanzten vier mobile Beete, um das Leben im Kiez schöner zu machen.

Nachdem die mobilen Beete auf den Kistenpaletten mit Erde befüllt worden waren, ging es darum, die Pflanzen passend zu platzieren. „Was sieht am Schönsten aus und lässt sich am besten kombinieren?“ lautete hier die Gretchenfrage. Auf das Kommando „Jetzt dürft ihr einbuddeln“ freuten sich die Kinder am meisten. Eine gute Portion Wasser durfte in den teilweise mit Stanzwerkzeugen ausgehoben Erdlöchern vor dem Einsetzen der Pflanzen nicht fehlen. „So lernen die Pflanzen, dass das Wasser unten ist und sie ganz tief wurzeln müssen“, erklärten David und Hanna von der Gemeinschaftsgarteninitiative „Im Garten Berlin“ ( Internetseite, Facebook). Die mit ihrer ehrenamtlichen Hilfe und mit der Unterstützung von Berlin Mondiale, Kulturnetzwerk Neukölln e.V., entstandenen mobilen Beete werden den Innenhof der Flüchtlingskirche zusammen mit neuen Sitzgelegenheiten verschönern und zu einem angenehmen Aufenthaltsort während der Sommermonate machen.

Die Idee für ein weiteres mobiles Beet entstand aus der Bewohnerschaft des Kiezes heraus – im Rahmen einer der Vernetzungsrunden, bei der sich die Beteiligten und Freiwilligen rund um die temporäre Spielstraße in der Wassertorstraße regelmäßig austauschen. Unter Einhaltung der Coronabeschränkungen wurde aus dem geplanten Tag der Nachhaltigkeit am 17. Juni im MehrGenerationenHaus so eine Aktion zur Herstellung eines mobilen Beets zusammen mit der dort ansässigen Garten AG. Bepflanzt wurde das Beet ebenfalls im Rahmen der temporären Spielstraße am letzten Sonntag.

Freiwilliges Engagement und die temporäre Spielstraße tragen auf diese Weise dazu bei, Projekte mit Leben zu füllen und Verbindungen herzustellen. „Es geht um Verantwortungsübernahme durch Selbermachen und eigenes Aktivwerden zur Schaffung schöner und lebenswerter Räume“, erklärt Leonie Beeskow, Leiterin des Projektes „voll WERTvoll“ im MehrGenerationenHaus, das seit Januar durch das Quartiersmanagement gefördert wird. Wer selbst anpackt und Verantwortung übernimmt, hat gleich einen ganz anderen Bezug zur selbst mitgestalteten Umgebung.

„Ich kann das hier gar nicht sehen“, äußerte eine freiwillige Helferin bei der Spielstraße zu einem Mülleimer in der Wassertorstraße, der den „Boden unter dem Eimer“ verloren hatte. Spontan wurden aus dem MehrGenerationenHaus Müllzangen besorgt und der Müll in einer gemeinsamen Aktion von der Straße weggeräumt.

Unter Beachtung der aktuellen Gegebenheiten wurden durch das Projekt „voll WERTvoll“ zuletzt auch weitere Aktionen im Kiez durchgeführt. Die Teilnahmebeiträge in einem Online-Upcycling-Wettbewerb hatten gezeigt, welche tollen Dinge sich aus Verpackungsmaterial und Altkleidern gestalten lassen. Auch wurden zuletzt mit Kindern so genannte Blumensaatenbomben hergestellt und an Nachbar*innen verteilt. Der grüne Daumen steht im Kiez hoch im Kurs.