Kiezschwoof vom Projekt Gitti & Gerda im SO36 – Gemeinsam tanzen in Kreuzberger Kultlocation

April 2026. Es war ein besonderer Abend, als das Projekt Gitti & Gerda – Gemeinsam weniger einsam am Samstag, den 18. April, für sein inzwischen zur liebgewonnenen Tradition gewordenes Tanzvergnügen in eine neue Location einlud: in die legendäre Kreuzberger Kultstätte SO36 in der Oranienstraße. Deutlich zeigte sich, wie generationsübergreifendes Miteinander im Kiez selbstverständlich gelebt wird – offen, verbindend und voller Lebensfreude.

Der erste „Kiezschwoof“ im SO36 brachte Menschen unterschiedlicher Generationen zusammen – aus dem Kiez und weit darüber hinaus. Schnell wurde deutlich, wie verbindend Musik und gemeinsames Erleben sein können: Die Tanzfläche füllte sich rasch und blieb die ganzen drei Stunden über in Bewegung.

Initiiert wurde die Veranstaltung durch das über das Quartiersmanagement Wassertorplatz im Programm Sozialer Zusammenhalt geförderte Projekt Gitti & Gerda – Gemeinsam weniger einsam. Seit dem Projektstart im Jahr 2021 hat sich eine feste und zugleich offene Gruppe vor allem aus Seniorinnen gebildet, die sich regelmäßig zu Musik, Tanz und Austausch treffen. Bisher fanden diese Begegnungen hauptsächlich in den sozio-kulturellen Projekträumen Bona Peiser statt. Mit dem SO36 wurde jetzt eine größere Bühne betreten.

Das SO36 ist dabei weit mehr als nur ein Veranstaltungsort. Als einer der prägendsten Clubs Kreuzbergs hat es Musikgeschichte geschrieben – unter anderem mit Auftritten und Besuchen von Künstlerinnen und Künstlern wie David Bowie, Iggy Pop sowie Bands wie Die Ärzte und Die Toten Hosen. Für viele Kreuzbergerinnen und Kreuzberger ist das SO36 ein Ort voller Erinnerungen und ein Raum, der Identität stiftet. Dass hier nun auch ältere Generationen ihren Platz auf der Tanzfläche finden, wirkt demnach nur folgerichtig.

Schon in der Ankündigung hieß es: „Es gibt Dinge, die kein Alter kennen: Lachen. Erinnerungen. Musik. Tanzen.“ Genau das wurde an diesem Abend erlebbar. Unter die vertrauten Gesichter aus dem Projekt mischten sich Touristinnen und Touristen sowie spontane Gäste – Menschen, die beim Schlendern entlang der Oranienstraße auf das lebendige Treiben im Club aufmerksam wurden und kurzerhand den Weg auf die Tanzfläche fanden.

Musikalisch wurde der Abend von Dance Classics der 70er und 80er Jahre geprägt – von Cyndi Lauper mit "Girls Just Want To Have Fun" bis hin zu Dusty Springfield mit "In Private". Während die einen ausgelassen tanzten, genossen andere die ungezwungene Atmosphäre bei einem Getränk, kamen miteinander ins Gespräch und beobachteten das bunte Geschehen.

Die Stimmung war insgesamt offen, herzlich und voller Energie. Gleichzeitig sorgte die professionelle Organisation des SO36 – vom Einlass bis zur Garderobe – für einen reibungslosen Ablauf.

Als gegen 20 Uhr der letzte Song erklang, fiel der Abschied vielen schwer. Doch eines ist klar: Die Premiere des „Kiezschwoof“ im SO36 war ein voller Erfolg und eine Wiederholung ist noch in diesem Jahr fest eingeplant.