März 2025. BVG Muva ist das neue Angebot für barrierefreie Mobilität in Berlin. Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind und den öffentlichen Nahverkehr nicht nutzen können oder denen die Fahrt damit zu beschwerlich ist, können sich mit den Fahrzeugen von BVG Muva befördern lassen. Dieses Angebot steht seit dem 1. März allen Fahrgästen mit Mobilitätseinschränkung in ganz Berlin zur Verfügung. So wunderte es kaum, dass der Saal der sozio-kulturellen Projekträume Bona Peiser zur Informationsveranstaltung mit der BVG am 25. März gut gefüllt war. Für mobilitätseingeschränkte Berlinerinnen und Berliner ist BVG Muva eine Erleichterung, um sich im öffentlichen Raum fortzubewegen.
Viele interessierte Gesichter hatten sich zum Vortrag von Dr. Hannah Tollkühn, Beauftragte für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste bei der BVG, und ihrer Kollegin in den sozio-kulturellen Projekträumen Bona Peiser am 25. März eingefunden.
„Wir haben in unserer Beratung tatsächlich oft Menschen, die Probleme haben, von A nach B zu kommen“, berichtet Stefanie Wiens mit Blick auf ihre Erfahrungen im Projekt „Kiez inklusiv leben!“, das unter anderem im Quartier arbeitet. Ihr Projektteam vom Verband für sozio-kulturelle Arbeit e.V. (VskA) hatte sich für die Veranstaltung stark gemacht, um möglichst viele Menschen über die neuen Möglichkeiten von BVG Muva zu informieren. Nach den einleitenden Worten von Zahra Peasey vom gastgebenden Wassertor e.V. übernahm Stefanie Wiens die Moderation.
Die Mitarbeiterinnen der BVG erklärten, dass jede Berlinerin und jeder Berliner mit einer Mobilitätseinschränkung über die BVG Muva App oder telefonisch unter 030 256 55 555 ein Fahrzeug von BVG Muva zur Bushaltestelle oder zum U-Bahnhof der Wahl bestellen kann. Wenn es zeitlich nicht unmittelbar sein soll, kann man einen späteren Abholtermin vereinbaren: Buchbar ist ein Fahrzeug von BVG Muva bis zu sieben Tage im Voraus. Bis zu einer Strecke von fünf Kilometern bringen Fahrzeuge von BVG Muva ihre Fahrgäste direkt zur gewünschten Zielhaltestelle. Die Fahrzeuge bieten auf gewünschten Strecken eine individuelle Beförderung ohne Umsteigen – wie zum Beispiel von der Bushaltestelle Prinzen-/Ritterstraße zum Hermannplatz. Auf Strecken, die weiter als fünf Kilometer sind, ermöglicht BVG Muva einen barrierefreien Umstieg zur U- oder S-Bahn an einem passenden Bahnhof.
Die 40 Fahrzeuge von BVG Muva, die in Berlin im Einsatz sind, sind barrierefrei zugänglich, haben Klapprampe und Haltegriffe zum Einsteigen und bieten ausreichend Platz für Rollstühle und Rollatoren. Außerdem gibt es eine Tritterhöhung, Sitzerhöhung und eine Babyschale/Kindersitz. Begleitpersonen und Begleithunde von Blinden werden kostenfrei befördert.
Ob dieses Angebot von BVG Muva mit einem regulären Fahrschein genutzt werden kann? So ist es: VBB-Fahrscheine, darunter Abonnements, werden als Tickets anerkannt. Ebenso kann ein Schwerbehindertenausweis mit entsprechendem Vermerk als Fahrschein genutzt werden. Jederzeit kann man in einem Fahrzeug von BVG Muva einen Einzelfahrschein kaufen.
Schon vor dem 1. März übernahmen Fahrzeuge von BVG Muva den Aufzugersatz-Dienst am U-Bahnhof Moritzplatz. Der VskA mit dem Projekt „Kiez inklusiv leben!“ macht sich weiterhin für einen so bald wie möglichen Einbau eines Aufzugs am U-Bahnhof Moritzplatz stark.
Die BVG lädt zu Mobilitätstrainings ein, bei denen unter anderem die Fahrzeuge von BVG Muva auf Herz und Nieren getestet werden können. Ein Praxistest vom VskA mit Menschen aus dem Quartier gibt Anregungen, was bei BVG Muva weiter verbessert werden kann. Wichtig ist, dass für die Nutzbarkeit von BVG Muva die verschiedenen Arten von Einschränkungen berücksichtigt werden. Ein Betroffener zum Beispiel schilderte auf der Veranstaltung, dass Gehörlose – als alternativen Kanal zur BVG Muva App – ein weiteres Kommunikationsmittel neben dem Telefonanruf benötigten.
Angeregt wurde nach Ende des offiziellen Teils der Veranstaltung in kleinen Runden weiterdiskutiert. Als neues Angebot ist BVG Muva ein Gewinn für barrierefreie Mobilität in Berlin.
Präsentation von Frau Dr. Hanna Tollkühn bei der Informationsveranstaltung mit der BVG (PDF)

