Den Kiez mit Kinderaugen sehen

November 2020. Ausgerüstet mit Kamera, verschiedenfarbigen Smilies und Klemmbrettern haben unter anderem Kinder des Kinderfreizeithauses Kleine Ritterburg in den Herbstferien 2020 im Rahmen des Projektes „Kiez Check“ Teile des Wassertorkiezes erkundet. An mehreren Stellen im öffentlichen Raum gibt es aus Sicht der Kinder Verbesserungsbedarf.

Die Kinder aus der Kleinen Ritterburg haben bei ihren Streifzügen verschiedenes entdeckt. Die Kinder untersuchten u.a. auch den Lobeckpark, der derzeit mit Bürgerbeteiligung umgestaltet wird und hatten verschiedenste Ideen zur Verbesserung, u.a. Trampoline, ein Karussell, etwas zum Balancieren und eine Nestschaukel sowie die Umgestaltung eines Brunnens zum Spielbrunnen. Zwei weitere Anliegen der Kinder aus der Kleinen Ritterburg sind, dass keine Fahrräder mehr auf den Gehwegen in der Ritterstraße fahren und es einen Zebrastreifen oder eine Ampel an der Kreuzung Ritterstraße/Lindenstraße gibt.

Teile des Wassertorkiezes wurden auch von Kindern aus der Jens-Nydahl Grundschule erkundet, die ebenfalls am Projekt „Kiez-Check“ in den Herbstferien teilnahmen. Positiv fanden die Kinder beispielsweise schön gestaltete Grünflächen mit Blumen oder den Böcklerpark mit vielfältigem Sport- und Spielangebot. Für den Spielplatz im Böcklerpark wünschen sie sich jedoch mehr Spielgeräte für ältere Kinder sowie eine bunte Gestaltung der Geräte.

Die Kinder der Jens-Nydahl Grundschule bemängelten im Wassertorkiez zudem den Zustand des nördlichen und südlichen Wassertorplatzes und der dazugehörigen Grünzüge sehr. Hier gibt es zwar einige Spielmöglichkeiten, aber aus ihrer Sicht viel zu wenige – zudem sind manche Geräte nicht sicher. Erschreckend war für die Kinder der viele Müll, u.a. auch benutzte Spritzen, Sperrmüll sowie Hinterlassenschaften von Obdachlosen. Bei ihrem Streifzug ist ihnen aufgefallen, dass es zwar einen schönen Bolz- und Basketballplatz in der Bergfriedstraße gibt, dieser aber leider aufgrund der Corona-Pandemie abgeschlossen ist.

Mit den steigenden Infektionszahlen mussten die geplanten Kinderversammlungen mit Vertreter*innen aller Kindergruppen am 12. November, an der auch die Vertreter*innen aller relevanten QMs teilnehmen wollten, abgesagt werden. Gleiches galt für das Anfang Dezember geplante Treffen der Kinder mit der Bezirksbürgermeisterin und den Stadträt*innen.

Um die Ergebnisse vom „Kiez Check“ zu dokumentieren und für die Politik etwas lebendiger aufzubereiten, wurden im November und Dezember schon kleine Filme gedreht, in denen die ausgewählten Orte der Kinder dargestellt werden. Für Ende Januar 2021 ist ein digitales Treffen der Schulen mit Bezirkspolitiker*innen für eine gemeinsame Diskussion geplant. Das Ziel: Politiker*innen nehmen sich der Themen der Kinder an und bearbeiten sie in den nächsten Monaten.

An dem Projekt „Kiez Check“, das vom Kinder- und Jugend-Beteiligungsbüro Friedrichshain-Kreuzberg / GSJ gGmbH in diesem Jahr durchgeführt und aus BVV Sondermitteln finanziert wurde, nahmen zudem Kinder der Kurt-Schumacher Grundschule und des Kinder- und Jugendkulturzentrums KMAntenne teil.

Text: Kinder- und Jugendbeteiligungsbüro Friedrichshain-Kreuzberg (GSJ gGmbH), bearb. durch Kiezredakteur

Foto: Kinder- und Jugendbeteiligungsbüro Friedrichshain-Kreuzberg (GSJ gGmbH)